Konzeptlose hydrologische Planung

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„Verbesserung des Hochwasserschutzes“ ist ein Schlagwort mit dem der Verein Leinebogen e.V. Zustimmung zum Projekt Leinbogen erlangen will. Öffentlichkeitswirksam wurde das Thema im Dezember 2012 mit der Titelzeile „Leinbogen ist gut für den Hochwasserschutz“ von der HAZ aufgenommen. Auch in der Anhörung am 14.1.2014 wurde vom Vorstand des Vereins wieder mit dem Thema geworben. Aber die Konzeptlosigkeit des Fachplaners wurde dann in der Anhörung erschreckend deutlich. Intelligente Lösungen seien notwendig. Man stehe am Anfang der Überlegungen. Wieder nichts Konkretes zu den Wasserständen. In einer Skizze wurde dann der Versammlung eine der denkbar schlichtesten Lösungsansätze zur Schaffung von Rückhaltevolumen präsentiert: man gräbt ein großes, tiefes Loch. D.h., die Seefläche von 600 Hektar wird bis auf das Niveau der Leinesohle ausgehoben. Das macht rd. 30 Millionen Kubikmeter Aushub, der transportiert und anderweitig untergebracht werden muss. Die Gigantomanie ufert aus und nimmt Gestalt an. Es ändert aber nichts daran, dass die Retentionswirkung absolut unbedeutend ist. Beim HQ100 mit 900 m³/s ist das Volumen rechnerisch in 10 Stunden aufgefüllt. Die hohen Abflüsse können aber – wie Hochwasserverläufe in der Vergangenheit zeigten - 2 bis 3 Wochen lang anhalten.

Zur Erinnerung: niemand hat den Hochwasserschutz der Leine im heutigen Zustand in Frage gestellt. Die Verwaltung der Region hat in der Anhörung auch eindeutig klargestellt, dass es hier keinen Handlungsbedarf gibt. Auch die Bürgerbewegung pro Leineaue zweifelt nicht am bestehenden Hochwasserschutz (HQ100).
Wir befürchten aber begründet eine Gefährdung durch Hochwasser und Grundwasser infolge der geplanten Baumaßnahmen im festgesetzten Überschwemmungsgebiet, in dem solche Aktivitäten aus guten Gründen mit dem Wasserhaushaltsgesetz untersagt werden. Unsere Befürchtungen wurden in der Anhörung durch die Konzeptlosigkeit des Planers zur Wasserwirtschaft bestätigt.

Nur einer, Seelzes Bürgermeister Schallhorn, setzt noch auf das falsche Versprechen des verbesserten Hochwasserschutzes. Allerdings reduziert er das Thema  auf eine hochwasserfreie Straßenanbindung von Letter zur B6. Die ist ja erstrebenswert, aber doch nicht als Anhängsel eines Milliardenprojektes zur Vernichtung der Leineaue, für das die Initiatoren Zuschüsse von EU, Bund und Land erwarten. Da wird nichts mal eben so verschenkt.

Mit klarer Sicht der Dinge hat sein Kollege Heuer aus Garbsen dem Projekt ohne wenn und aber eine Absage erteilt.

Dr. Günther Barg

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